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Uniklinikum und Universität Würzburg

Beteiligte Kliniken und Institute des Else-Kröner-Forschungskollegs Würzburg

Das Themengebiet der Immunologie ist für viele klinische Fachrichtungen bedeutsam. Verschiedene Kliniken und Institute haben daher auch immunologisch ausgerichtete Arbeitsgruppen etabliert. Innerhalb des Else-Kröner-Forschungskollegs für translationale Immunologie wird diese Interdisziplinarität durch die Einbindung der nachfolgenden 8 Institutionen zum Ausdruck gebracht. Über die Assoziierung mit einem theoretischen Institut ist das Forschungskolleg auch für Vertreter der hier nicht genannten klinischen Fachrichtungen zugänglich.

Laufende Projekte der teilnehmenden Arbeitsgruppen

Eine moderne, individualisierte Immuntherapie beginnt zwangsläufig bei der Identifizierung von Zielgenen, die u.a. am Institut für Pathologie, einem Referenzzentrum für Lymphknotenpathologie, mittels modernster Sequenzierungstechniken analysiert werden (Leukemia and Lymphoma Molecular Profiling Project, International Cancer Genome Consortium).

Proteine, die eine besondere Bedeutung für Zellfunktionen und damit auch die Entstehung, Diagnose und Behandlung von Krankheiten haben, werden im Rudolf-Virchow-Zentrum mit verschiedensten Verfahren der höchstauflösenden Mikroskopie sowie mittels Röntgenstrukturanalyse charakterisiert.

In Zusammenarbeit mit der Medizinischen Klinik und Poliklinik I wurde u.a. gezeigt, dass Autoantikörper gegen β1/2-adrenerge Rezeptoren wesentlich zur Pathogenese der Herzinsuffizienz beitragen können. Die daraus entwickelten klinischen Konzepte werden im neu gegründeten, an die Med. Klinik I angegliederten Deutsches Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) weiterentwickelt.

Die Medizinische Klinik und Poliklinik II befasst sich schwerpunktmäßig mit innovativen Immuntherapien bei hämatologischen Tumoren und hat die deutschlandweit einzigartige Early Clinical Trial Unit ins Leben gerufen sowie gemeinsam mit der Universitäts-Kinderklinik das Stammzelltransplantationszentrum aufgebaut, in dem neue Ansätze in der Stammzelltransplantation evaluiert werden.

Adoptive Immuntherapien können von einem in der Kinderklinik (in Kooperation mit Prof. Philip Greenberg, Seattle) neu entwickelten Protokoll zur effizienten Generierung Tumorantigen-spezifischer T-Zellen unter GMP-Bedingungen profitieren. Ein weiterer Schwerpunkt der Kinderklinik liegt auf dem Gebiet der kindlichen Hirntumore, gegen die auch Vakzinierungen mit dendritischen Zellen durchgeführt werden.

Das immunologische Ansprechen wird gemeinsam mit dem Institut für Virologie und Immunbiologie verfolgt, an dem neue Konzepte zur Regulation von Immunantwort über Zelloberflächenrezeptoren entwickelt werden. Dies umfasst auch die Erforschung von Regulationsmechanismen bei  „ungewöhnlichen“ T-Zellpopulationen (γδ T-Zellen und NK T-Zellen).

Die Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie hat in einer Klinischen Forschergruppe das Tumormikromilieu als Modulator und Zielstruktur anti-tumoraler Immunreaktionen erforscht und mit gutem Erfolg Peptid-basierte Vakzinierungsstudien gegen Tumor-Stroma-Antigene durchgeführt. Zudem wird durch die Neuberufung von Herrn Prof. Goebeler das Themengebiet der Allergologie gestärkt.

An der Universitäts-Frauenklinik und Poliklinik spielen Antikörper-basierte Therapien eine Schlüsselrolle beim Mammakarzinom. Wissenschaftlich steht die Untersuchung immunologischer Toleranzmechanismen in Tumoren sowie an der feto-maternalen Grenzzone im Zentrum des Interesses. Die Nachwuchsforschergruppe „tumor progression and immune escape“ entwickelt zudem kliniknahe Strategien zum immun-therapeutischen „Targeting“ von Tumorstammzellen. Ausgehend von miRNA-Profilen in peripheren Blutlymphozyten wurden darüber hinaus neue diagnostische Ansätze entwickelt.


Sämtliche beteiligten Kliniken und Institute verfügen über immunkompetente in vivo-Modelle zur Validierung immuntherapeutischer Ansätze. Strategien zur Stammzelltransplantation können in verschiedenen graft-versus-host Modellen auch mittels in vivo Bildgebung überprüft werden. Als Konsequenz aus der dramatisch fehlgeschlagenen Phase I Studie mit dem in Würzburg entwickelten CD28-Superagonisten TGN1412 hat das Institut für Virologie und Immunologie zudem in vitro Testsysteme mit humanem Lymphozyten entwickelt, die neue Sicherheitsstandards für immunmodulatorische Eingriffe setzen.